Stickstoffdioxidbelastung am Heiligengeistwall

Nach registrierten Überschreitungen des Jahresgrenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) in den Jahren 2010 bis 2018 hat sich die Luftschadstoffbelastung am Heiligengeistwall inzwischen deutlich vermindert. An der vom Land Niedersachsen betriebenen Messstation (Verkehrsstation OLVT ») lagen die Jahresmittelwerte 2019 bei 39 µg/m³ und 2020 bei 29 µg/m³. An einer wenige Meter von der Messstation eingerichteten wohngebäudenahen Passivsammler-Messstelle wurden NO2-Jahresmittelwerte von 34 µg/m³ (2019) und 25 µg/m³ (2020) ermittelt. Damit wurde der gesetzlich auf 40 µg/m³ festgelegte Jahresgrenzwert unterschritten. Auch wenn die 2020 ermittelten Daten noch nicht abschließend validiert wurden und das Ergebnis daher als „vorläufig“ betrachtet werden muss, steht eine Grenzwertunterschreitung eindeutig fest.

Auch im Hinblick auf die Einhaltung des sogenannten Kurzzeitgrenzwertes für Stickstoffdioxid gibt es keinen Grund zur Besorgnis: Nach dem Gesetzeswortlaut beträgt der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid 200 µg/m³ bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. Im Jahr 2020 wurde der höchste Stundenmittelwert am 15. September um 19 Uhr registriert und betrug 135 µg/m³.

Viele Gründe für die positive Entwicklung

Einen signifikanten, aber nicht übermäßig zu bewertenden Einfluss auf die günstige Entwicklung hatte sicherlich die Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zusammenhang mit der Coronapandemie. Während der sogenannten Shutdowns ab März und ab November 2020 wurde am Heiligengeistwall ein Rückgang des Kfz-Verkehrs um zeitweise mehr als 40 Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres festgestellt. Dabei ging die Luftschadstoffbelastung mit Stickstoffdioxid um etwa 20 Prozent zurück. Dass hier keine Reduktion im Verhältnis 1:1 stattfand, liegt in der Natur der Sache und ist mit den sehr komplexen Entstehungs- und Ausbreitungsumständen zu erklären.

Insgesamt wurde die positive Entwicklung der Luftqualität am Heiligengeistwall durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren begünstigt:

  • weitere Marktdurchdringung schadstoffärmerer Fahrzeuge
  • Modernisierung der Busflotte der VWG
  • Optimierung des Verkehrsablaufs im Bereich Heiligengeistwall durch Anpassung der Lichtsignalsteuerung
  • kontinuierlich andauernder Rückgang der Verkehrsbelastung (mit besonderer Ausprägung 2020 durch die Coronapandemie)
  • meteorologische Verhältnisse mit vergleichsweise günstigen Ausbreitungsbedingungen

Keine Änderung des geltenden Luftreinhalteplans

Eine Notwendigkeit, den bestehenden Luftreinhalteplan der Stadt Oldenburg » (PDF, 7,5 MB) fortzuschreiben, besteht nicht mehr. Ein eingeleitetes Änderungsverfahren wurde abgebrochen und wird nicht fortgesetzt.